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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Comeback: Benjamin Maier übernimmt Bob-Nationalteam

Comeback: Benjamin Maier übernimmt Bob-Nationalteam

Innsbruck, 

28. August 2026

Vom Olympia-Fünften zum Nationalteamtrainer: Benjamin Maier übernimmt beim Österreichischen Bob- und Skeletonverband (ÖBSV) die sportliche Gesamtkoordination im Bobbereich.

Der 32-jährige dreifache Olympiateilnehmer war nach seinem Karriereende bereits als Coach bei Großereignissen wie den Olympischen Jugend-Winterspielen Gangwon 2024 und den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 im Einsatz und als Assistenz-Nationaltrainer voll in die Entwicklung der österreichischen Bobteams eingebunden. Nun folgt der nächste Schritt – mit einem langfristigen Auftrag Richtung Olympische Winterspiele 2030 in den französischen Alpen und darüber hinaus.

Als Bobpilot war Benjamin Maier bei drei Olympischen Winterspielen am Start, belegte in Peking 2022 Platz 5 im Zweier-Bob, war 2021 Vizeweltmeister mit dem Vierer in Altenberg, Vize-Weltmeister 2016 im Teambewerb in Igls und Silbermedaillengewinner im Zweier bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck, gehörte also über Jahre zur erweiterten Weltspitze. Nach seinem Rücktritt 2022 wechselte der Tiroler die Perspektive, blieb dem Bobsport aber erhalten. Als Trainer sammelte er bereits bei olympischen Großereignissen Erfahrung und arbeitete zuletzt als Assistenz-Nationaltrainer. Dass ihm der ÖBSV nun die Gesamtverantwortung überträgt, kam für ihn dennoch nicht ganz erwartet.

„Ich war schon ein bisschen überrascht. Was für mich aber besonders reizvoll ist: Ich kenne die Athletinnen und Athleten, sowie viele Coaches aus meiner eigenen aktiven Zeit. Im Verband gibt es einen riesigen Erfahrungsschatz, auf den ich zurückgreifen kann. Ich werde also nicht ins kalte Wasser geworfen“, sagt Maier.

Rainer: „Benni kennt diesen Sport aus allen Perspektiven“

ÖBSV-Präsident Gerhard Rainer sieht in der internen Lösung eine konsequente Weiterentwicklung: „Wir freuen uns sehr, dass Benni diese Verantwortung übernimmt. Er kennt den Bobsport aus dem Cockpit und mittlerweile auch sehr gut aus der Trainerperspektive. Er kennt unsere Athletinnen und Athleten, unsere Strukturen und war bereits voll in die Arbeit der Teams eingebunden. Dazu ist er ein hervorragender Organisator. Für uns ist er die ideale Person, um die vorhandene Expertise zusammenzuführen und den Bobbereich langfristig weiterzuentwickeln.“

Maier soll dabei bewusst nicht sämtliche Aufgaben eines Nationaltrainers alleine abdecken. Zum Trainerteam gehören Franz Josef Hofmann und Leonhard „Hartl“ Sanktjohanser in Königssee sowie Roberto D'Amico in Cortina. ÖBSV-Sportwissenschafter Walter Hable bildet zusätzlich eine wichtige Schnittstelle zu den Heim- und Athletiktrainern.

„Mit unseren Spezialisten in Königssee und Cortina haben wir Kompetenz direkt an wichtigen Bobbahnen. Walter Hable steht wiederum mit den Heimtrainern quer durch Österreich in ständigem Austausch. Wir wollen all diese Ressourcen nutzen und miteinander verbinden. Benni wird dieses Team im Bereich Bob koordinieren und anleiten“, erklärt Rainer.

Maier: „Anders könnte ich diese Aufgabe gar nicht bewältigen“

Genau in dieser Aufteilung sieht Maier eine der großen Stärken des neuen Modells: „Bei vielen Dingen kann ich mich austauschen und auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Die Aufgabenverteilung funktioniert gewaltig. Anders könnte ich diese Funktion in diesem Ausmaß gar nicht schaffen.“

Der Nationalteamtrainer muss deshalb nicht bei jeder Weltcupstation persönlich an der Bahn stehen. Die Spezialisten übernehmen vor Ort definierte Aufgaben, während Maier die sportlichen Fäden zusammenführt und bei ausgewählten Trainings- und Wettkampfblöcken direkt mit den Teams arbeitet. Videoanalysen und der laufende digitale Austausch ermöglichen dabei eine enge Abstimmung über die jeweiligen Standorte hinweg.

„Benni hat Familie und Studium und kann natürlich nicht alles selbst abdecken – das soll er auch nicht“, sagt Rainer. „Entscheidend ist, dass die Kommunikation funktioniert und jeder seine Stärken einbringt. Genau deshalb haben wir uns bewusst für diese breite Aufstellung entschieden.“

Der 32-Jährige befindet sich aktuell im fünften Jahr seines Medizinstudiums und ist Vater von zwei Kindern.

Nachwuchs als Schlüssel Richtung 2030

Neben der Weiterentwicklung der Weltcupteams wird der langfristige Aufbau im Nachwuchsbereich zu einer zentralen Aufgabe des neuen Nationalteamtrainers.

„Wir wollen das bestehende Programm im Weltcup erfolgreich weiterführen und gleichzeitig den Nachwuchsbereich wieder stärker aufgreifen“, erklärt Maier. „Gemeinsam mit den Landesverbänden müssen wir langfristige Strukturen ausbauen: Wie bringen wir neue Leute in den Sport? Wie entwickeln und fördern wir unsere Athletinnen und Athleten? Und wie können wir Aktive nach ihrer Karriere vielleicht wieder als Trainerinnen und Trainer für den Bobsport gewinnen? Das ist nicht für ein Jahr gedacht, sondern in vier beziehungsweise acht Jahren.“

Für Rainer ist genau diese Langfristigkeit entscheidend: „Wir wollen keinen kurzfristigen Lösungsansatz, sondern einen zukunftsorientierten Verband aufbauen. Dazu müssen Nationaltrainer, Standorttrainer, Sportwissenschaft, Individual-Coaches und Landesverbände zusammenspielen. Benni kennt den Weg zu Olympischen Spielen als Athlet und Trainer. Diese Erfahrung wollen wir nutzen, um gemeinsam die nächste Generation zu entwickeln.“

2014, 2018 und 2022 stand Benjamin Maier selbst als Bobpilot auf der olympischen Bühne. Nach seinem Karriereende folgte der Wechsel ins Trainerteam. Nun übernimmt er die Gesamtkoordination. Der nächste Schritt seiner zweiten Karriere im Eiskanal ist damit gemacht – das nächste große Ziel heißt Olympische Winterspiele Alps 2030.

Bob- und Skeleton-Weltcupkalender 2026/27:
#1 IBSF Weltcup Altenberg (GER, 22. bis 29. November 2026)
#2 IBSF Weltcup Innsbruck I (AUT, 29. November bis 6. Dezember 2026)
#3 IBSF Weltcup Innsbruck II (AUT, 6. bis 13. Dezember 2026)
#4 IBSF Weltcup Cortina d‘Ampezzo (ITA, 13. bis 20. Dezember 2026)
#5 IBSF Weltcup Königssee (GER, 10. bis 17. Jänner 2027)
#6 IBSF Weltcup St. Moritz (SUI, 17. bis 24. Jänner 2027)
#7 IBSF Weltcup und Europameisterschaft Winterberg (GER, 24. bis 31. Jänner 2027)
#8 IBSF Weltcup Sigulda (LAT, 31. Jänner bis 7. Februar 2027)
IBSF Weltmeisterschaften Olympiaparken Lillehammer (NOR, 15. bis 28. Februar 2027)

IBSF Para-Bob-Weltcup 2026/27:
#1+2 IBSF Para Sport World Cup Lake Placid (USA, 17.+18. Dezember 2026)
#3+4 IBSF Para Sport World Cup St. Moritz-Celerina (SUI, 15.+16. Jänner 2027)
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