Mit neuem Schwung in den Eiskanal

Innsbruck,
Henning Beierl startet mit viel Rückenwind in seine nächste Europacup-Saison. Der Niederösterreicher hat in der Sommervorbereitung bei Kraft, Sprint und Starttechnik den nächsten Schritt gemacht und geht so gut vorbereitet wie noch nie in den Winter. Zwei Jahre nach den Youth Olympic Games 2024 in Gangwon (KOR) warten mit der Junioren-Europameisterschaft in St. Moritz und der Junioren-Weltmeisterschaft in Königssee die nächsten großen internationalen Höhepunkte.
Regelmäßig führte Beierls Weg in den vergangenen Monaten nach Berchtesgaden. Auf der Trockenstartbahn wurde an den entscheidenden Hundertstelsekunden gefeilt, dazu kamen intensive Kraft- und Sprinteinheiten. Mittlerweile bringt der junge Pilot rund 87 Kilogramm auf die Waage – und vor allem das Gefühl stimmt. „Die Vorbereitung fühlt sich heuer einfach kompletter an. Die Spritzigkeit ist da, die Kraftwerte passen und auch technisch habe ich beim Sprint einen deutlichen Schritt gemacht. Selbst wenn die Beine müde sind, kann ich noch schnell laufen. Genau dieses Gefühl hat mir im vergangenen Jahr teilweise gefehlt“, sagt Beierl, der die Vorbereitung bislang ohne Rückschläge absolvieren konnte.
Mehr Struktur, weniger Improvisation
Fortschritte gibt es aber nicht nur im athletischen Bereich. Nach seiner Europacup-Premiere 2024/25 steht das gesamte Projekt mittlerweile auf stabileren Beinen. Das Material ist vorbereitet und wartet in Innsbruck auf den Saisonstart, die Rennplanung steht frühzeitig fest und auch die Besetzungen können wesentlich langfristiger koordiniert werden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei Benjamin Maier. Der langjährige österreichische Weltklasse-Pilot bringt seine Erfahrung in die Planung ein, analysiert mit den jungen Piloten die bevorstehenden Bahnen und schafft klare Strukturen. „Benni weiß extrem gut, was es bei mir braucht und was möglich ist. Er arbeitet unglaublich strukturiert und beschäftigt sich intensiv mit allem. Das hilft enorm. Das Material steht bereit, die Saison ist geplant und wir können die Bahnen schon vorab durchgehen. Dadurch kann ich mich viel stärker auf meine eigentlichen Aufgaben konzentrieren“, erklärt Beierl.
Die Zusammenarbeit hat für den Niederösterreicher auch eine besondere persönliche Komponente. Schon bei den Youth Olympic Games 2024 in Gangwon begleitete Maier den damals noch deutlich unerfahreneren Piloten bei seinem ersten großen Abenteuer. Beierl erkennt zudem einige Parallelen in ihrer sportlichen Entwicklung – vom Einstiegsalter über Sprint- und Kraftwerte bis hin zu Fortschritten im Eiskanal.
Junioren-WM als großes Ziel
Das Europacup-Programm wird in diesem Winter bewusst dosiert. Beierl plant in seinem Maturajahr ausgewählte Europacup-Stationen, der Fokus liegt klar auf den internationalen Junioren-Titelkämpfen. Bei der Junioren-Europameisterschaft in St. Moritz soll der erste Saisonhöhepunkt folgen, bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Königssee will Beierl schließlich seine beste Leistung abrufen. Gerade für die wichtigen Vierer-Rennen zeichnet sich eine starke Besetzung ab. Gleichzeitig bleibt die Suche nach zusätzlichen Anschiebern eine Herausforderung.
Beierl sieht sich dennoch so gut vorbereitet wie noch nie. Nach den Youth Olympic Games 2024 und dem Einstieg in den Europacup im vergangenen Winter soll nun der nächste Schritt folgen: weg vom Herantasten, hin zum gezielten Angriff bei den internationalen Junioren-Höhepunkten.

