Mit starkem Team Richtung Lillehammer

Innsbruck,
Noch dominieren hohe Trainingsumfänge den Alltag des Tiroler Piloten und seiner Anschieber. Erst mit dem Übergang zu den schnellen Einheiten wird die Belastung sukzessive reduziert und mehr Wert auf Regeneration gelegt. Mit dem derzeitigen Leistungsstand seiner Mannschaft zeigt sich Treichl zufrieden. Auch Sascha Stepan, der zuletzt mit einer kleineren Verletzung zu kämpfen hatte und künftig parallel selbst als Pilot Erfahrungen sammeln will, befindet sich wieder auf einem guten Weg.
„Wir haben wieder ein sehr hohes Niveau in der Mannschaft. Die Jungs bringen wirklich alle eine Top-Leistung und ich glaube, dass wir damit wieder gute Ergebnisse einfahren können“, sagt Treichl. Entscheidend sei nun, diesen Trainingsstand von Beginn an auf die Bahn zu bringen: „Es wird wichtig sein, gleich gut in die Saison zu starten. Wenn der Weltcup von Anfang an gut läuft, wird vieles leichter. Dann kann man Richtung Weltmeisterschaft versuchen, noch einmal die kleine Steigerung herauszuholen.“
Viel Materialarbeit vor dem Saisonstart
Bevor es im Weltcup um Hundertstelsekunden geht, wartet auf Treichl und sein Team noch intensive Entwicklungsarbeit. In Lillehammer steht ein Trainingsblock auf dem Programm, bei dem umfangreiche Materialtests vorgesehen sind. Anschließend geht es zurück auf die Heimbahn nach Innsbruck-Igls.
Gerade dort spielt der Start eine besonders große Rolle. „In Igls musst du extrem gut starten, sonst passiert nicht viel. Die Fahrer kennen die Bahnen im Weltcup inzwischen alle sehr gut. Auf Strecken wie Altenberg kannst du über die Fahrlinie vielleicht noch etwas mehr herausholen, in Igls ist das schwieriger“, erklärt Treichl.
Entsprechend wichtig ist für den Österreicher der Weltcup auch mit Blick auf den Saisonhöhepunkt. Gute Resultate bringen nicht nur Selbstvertrauen, sondern auch bessere Voraussetzungen bei der Startnummer. Auf wechselnde Eis- und Wetterbedingungen müsse man während eines langen Winters vorbereitet sein.
Der Saisonaufbau ist deshalb klar ausgerichtet: konstant gute Leistungen im Weltcup und die Topform zum richtigen Zeitpunkt. „Bei einer Weltmeisterschaft musst du am Ende irgendeinen Deutschen schlagen, wenn du wirklich ganz vorne dabei sein willst“, bringt Treichl die Herausforderung mit einem Schmunzeln auf den Punkt.
Neue Impulse im österreichischen Team
Positiv bewertet Treichl auch die Entwicklungen im Umfeld des österreichischen Bobsports. Besonders die Organisation und Kommunikation innerhalb des Teams hebt der Routinier hervor. Benjamin Maier hat dank seiner eigenen Erfahrung im Spitzensport ein gutes Gespür dafür, was die Athlet:innen im täglichen Trainings- und Wettkampfbetrieb benötigen.
„Man merkt einfach, dass sehr gut kommuniziert wird und ein klarer Plan dahintersteht. Wenn jemand selbst bis vor Kurzem den Sport betrieben hat, weiß er, worauf es ankommt und denkt viele Dinge automatisch mit. Das hilft uns extrem“, sagt Treichl. Dass dabei auch die Stimmung innerhalb des Teams stimmt, ist für den Tiroler ein wichtiger Faktor: „Wir haben Spaß bei der Arbeit. Die Harmonie muss passen – dann funktioniert es auch.“
Für Treichl war der Tag des Sports in Wien gleichzeitig eine willkommene Abwechslung vom Trainingsalltag. Am Stand des Österreichischen Olympischen Comités traf er zahlreiche bekannte Gesichter aus dem heimischen Spitzensport. „Es ist sehr cool, weil man viele Sportler:innen aus anderen Stützpunkten und Sportarten trifft. Manche kennt man noch von der Bundesheer-Ausbildung. Gleichzeitig können die Besuchenden hier Sportarten ausprobieren, mit denen sie sonst kaum in Kontakt kommen – wie Bob oder Skeleton. Ich finde, das ist ein richtig cooles Event.“
Auch privat liegt ein besonderer Sommer hinter dem mehrfachen Olympiateilnehmer: Im August heiratete Treichl seine langjährige Partnerin Vanessa. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt dem Bobpiloten allerdings nicht. Mit den anstehenden Trainings- und Materialtests rückt die neue Saison bereits mit großen Schritten näher – und mit ihr das große Ziel Weltmeisterschaft in Lillehammer.

